29.11.2006

Vergebliche Suche.

Die meisten Personen, die einen unbedarften Blick in meinen CD-Schrank werfen, wenden sich nach wenigen Augenblicken ernüchtert ab. Im harmlosen Falle. Insbesondere nachdem sich jemand die vergebliche Mühe gemacht hat, an etwas aus meinem Schrank unverhofften Gefallen zu finden, bekomme ich auch ungläubige und manchmal sogar genervte Fragen der Art "Hast Du nicht irgendwas ... ?" oder unverholene Vorwürfe "Du hast ja nicht einmal ... !" beispielsweise etwas "zum Entspannen". — Nein, das tut mir leid, ich hab keine Musik zum Entspannen. Ich wüsste gar nicht, woran man eine solche erkennt, denn die, die man üblicherweise eine solche nennt, bewirkt bei mir gerade das Gegenteil. Ich hab auch keine Weihnachts- oder Party-, Stimmungs- oder Hintergrundmusik. Warum auch? Ich hab überhaupt keine Musik zu irgendeinem Zwecke. Musikhören ist für mich eine Hauptbeschäftigung, keine Nebentätigkeit. Und dieses Zu- und Hinhören ist ein aktiver Vorgang, der mit dem Verweilen beim eigenen Inneren zu tun hat, mit Besinnung, einen kurzen Moment lang. Wer hingegen "Musik zum Entspannen" hört, schreckt üblicherweise gerade davor zurück! Nichts für ungut.

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